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HAMMERFALL: Raus aus der Sackgasse Auch wenn die Schweden HAMMERFALL noch nie ein wirklich schwaches Album abgeliefert haben, konnten die letzten beiden Alben der schwedischen True Metal-Fraktion nicht uneingeschränkten Applaus einheimsen, hatte sich doch neben einigen etwas belanglosen Songs doch eine allzu große Routine breitgemacht. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, daß Cans, Dronjak & Co. die notwendigen Schlüsse gezogen haben und sich mit einem runderneuerten Line-up und insgesamt elf brandneuen und erstaunlich frischen Songs zurückmelden. ‘No Sacrifice, No Victory’ nennt sich das Prachtstück, das HAMMERFALL endgültig wieder in die Spur bringen soll. Gitarrist Oscar Dronjak ist jedenfalls mehr als zuversichtlich und gibt sich dementsprechend gelöst. Oscar, ‘No Sacrifice, No Victory’ ist ein cooler Albumtitel, der einen sehr neugierig werden läßt. Welche Opfer mußtet ihr denn bringen, um letztendlich den Sieg davonzutragen? “Es war sicherlich nicht einfach, klassischen und melodischen Heavy Metal zu spielen, als angeblich niemand etwas von dieser Art von Musik hören wollte. Wir haben damals unseren Stiefel durchgezogen, auch wenn uns viele Leute davon abgeraten haben. Mittlerweile sollte aber jeder wissen, daß unsere Entscheidung richtig war, auch wenn es anfangs nicht immer einfach gewesen ist.” Kann es sein, daß sich der Song ‘Life Is Now’ vom neuen Album mit genau dieser Thematik befaßt? Der Text wirkt so, als wäre er eine Art Antwort auf viele kritische Worte, mit denen ihr immer wieder konfrontiert werdet. “In gewisser Weise schon, auch wenn der Song sich eigentlich eher um das Leben auf Tour dreht. Allerdings hat der Text schon eine gewisse Aussage, daß wir uns nicht unterkriegen lassen. Es gibt in dem Stück eine Zeile, in der wir selber sagen, daß wir für viele Leute zwar altmodisch sein mögen, dies aber mit Leidenschaft sind. Ich denke, daß dies unsere Einstellung gut unterstreicht.” Nachvollziehbar, zumal es immer noch Leute gibt, die euch kommerziellen Ausverkauf vorwerfen, obwohl ihr Musik und Image vom ersten Tag an so gepflegt habt. “Stimmt, aber auch hier kann ich nur sagen, daß wir am Ende recht behalten haben.” Kommen wir zurück zum Titel eures neues Albums ‘No Sacrifice, No Victory’. Was steckt dahinter? “Kennst du den Film ‘Transformers’? Vom dem haben wir die Idee dazu übernommen. Es gibt dort einen Vater, der seinem Sohn immer wieder sagt, daß es ohne Opfer keinen Sieg geben kann. Wer Erfolg haben will, muß sich diesen erst verdienen, das ist die Aussage dahinter. Ich fand sofort, daß ‘No Sacrifice, No Victory’ ein toller Satz ist, der sich optimal als Titel eines HAMMERFALL-Albums verwenden läßt. ‘No Sacrifice, No Victory’ besagt ganz einfach, daß man etwas investieren muß, wenn man es zu etwas bringen will, es fällt einem nichts in den Schoß. Wir haben uns das zu Herzen genommen und lagen damit sicherlich richtig! Es ist nun mal so, daß es insgesamt befriedigender ist, Geld zu verdienen als es einfach so zu bekommen.” Wohl wahr, aber laß uns jetzt mal auf die Musik auf ‘No Sacrifice, No Victory’ zu sprechen kommen. Inwieweit unterscheidet sich das Album deiner Meinung nach musikalisch von seinem direkten Vorgänger ‘Threshold’? “Ich denke, daß es viele große Unterschiede zwischen den beiden Alben gibt, schließlich ist in der Zwischenzeit jede Menge geschehen. ‘No Sacrifice, No Victory’ klingt sehr viel frischer und lebendiger, was wir sicherlich unseren beiden Neuzugängen Pontus Norgren und Fredrik Larsson zu verdanken haben. Die Situation bei HAMMERFALL war in den letzten Jahren etwas verfahren, wir waren musikalisch und vor allem zwischenmenschlich in eine Sackgasse geraten. Pontus und Fredrik haben uns viel Energie zurückgebracht, sie sind für uns eine echte Bereicherung. Die beiden haben uns genau die Frische gegeben, die wir dringend benötigt haben! Sowohl Pontus als auch Fredrik sind sehr kreativ, was das Arbeiten enorm erleichtert. Außerdem macht es sehr viel Spaß, mit den beiden zu arbeiten und zu spielen. Dieser Spaß hat uns zuletzt ein bißchen gefehlt, was man den Alben auch angehört hat. Nun können wir wieder richtig loslegen und mehr experimentieren, was wir zuletzt auch viel zu selten getan haben. Mit dem neuen Line-up können wir endlich wieder einen Schritt nach vorne machen, unsere Entwicklung ging mir persönlich zuletzt viel zu langsam voran.” Wann habt ihr bemerkt, daß die Band ein wenig auf der Stelle trat, so daß es zu Konsequenzen kommen mußte? Schon während der Arbeit an ‘Threshold’ oder erst bei der darauffolgenden Tournee? “Das ergab sich schon recht früh, weil wir merkten, daß uns der Spaß abhandengekommen ist. Wie ich schon sagte, brauchen wir immer ein wenig Lebensfreude, um gut arbeiten zu können, was nun endlich wieder möglich ist. Wir haben zum Glück noch rechtzeitig bemerkt, daß wir dringend frisches Blut für die Band benötigen.” Habt ihr euch bei der Suche nach Nachfolgern für Magnus und Stefan vor allem an musikalischen Kriterien orientiert oder war es euch ebenso wichtig, daß die menschliche Komponente nicht zu kurz kommt? “Beides, wobei klar ist, daß wir für die Band absolut professionelle und gute Musiker benötigen. Allerdings war für uns auch entscheidend, daß wir gut miteinander auskommen, da man schließlich sehr viel Zeit miteinander verbringt. Fredrik ist mein bester Freund, weshalb ich sehr glücklich bin, wieder mit ihm zusammenspielen zu können. Uns beide verbindet sehr viel, wir haben einen ähnlichen Geschmack und Humor, so daß er die perfekte Wahl ist. Wir kennen uns seit 1993, weshalb sich eine sehr enge Bindung ergeben hat. Außerdem ist Fredrik der normalste Mensch der Welt, was uns sehr gut tut, da wir keine Primadonna mehr in der Band haben wollen. Mit unserem alten Bassisten Magnus war es am Ende wirklich schwierig, weil er immer Sonderwünsche hatte und total auf sich selbst fixiert gewesen ist. Es ist sehr anstrengend, mit jemandem in einer Band zu spielen, der nur an sich selbst interessiert ist und nicht an der Musik und seinen Mitmusikern. Magnus paßte zum Schluß einfach nicht mehr zu uns, es gab zwei Parteien in der Band, nämlich auf der einen Seite Joacim, Anders, unseren alten Gitarristen Stefan und mich, auf der anderen Seite Magnus. Jegliche Harmonie war verlorengegangen, weshalb die Trennung wohl unumgänglich gewesen ist.” Doch auch euer Gitarrist Stefan Elmgren ist nicht mehr mit im Boot, was aber bekanntlich andere Gründe hat. “Stimmt, Stefan hat uns verlassen, weil er sich seinen großen Traum erfüllen wollte, um als Pilot zu arbeiten. Dieser Wunsch ließ sich nicht mehr mit der Band vereinbaren, weshalb Stefan ausgestiegen ist. Mit ihm gibt es jedoch keinerlei böses Blut, alles lief ganz offen und fair ab. Stefan wird immer ein Teil der HAMMERFALL-Familie bleiben, weshalb er auch einen Abschiedsauftritt auf ‘No Sacrifice, No Victory’ bekommen hat. Wir wünschen ihm jedenfalls alles Gute!” Wie fühlte es sich denn für dich an, erstmals in der neuen Besetzung live aufzutreten? Immerhin standen jahrelang zwei andere Musiker neben dir auf der Bühne. “Das kann ich noch gar nicht wirklich sagen, weil wir bislang erst zwei kurze Shows in diesem Line-up gespielt haben. Natürlich war es bisher etwas ungewohnt, plötzlich neben Pontus und Fredrik zu stehen, aber es fühlte sich auch sehr gut an. Die Nagelprobe kommt erst, wenn wir auf Tour sind und regelmäßig auftreten, da die beiden Kurzgigs in Kanada letzten Sommer und kürzlich in Stockholm noch keine rechte Aussagekraft besitzen. Vor allem die Kanadashow war sehr merkwürdig, weil aufgrund technischer Probleme unsere Spielzeit immer mehr gekürzt werden mußte, so daß wir gerade mal 25 Minuten auf der Bühne gestanden haben. In Stockholm haben wir vornehmlich Covers gezockt, so daß man diese Show auch kaum zählen kann.”
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