WIZARD: Old Boys Wanna Rock

Deutschlands dienstälteste Nachwuchshoffnung in Sachen Bundes-Metal hat schon wieder eine neue Scheibe draußen! ‘Thor’ nennt sich kurz und bündig das aktuelle Werk und zeigt die Truppe unseres Vertruens, äh, Vertrauens endlich wieder so, äh, true, wie wir sie gerne sehen wollen! Das Album besitzt sowohl Melodie als auch Schmackes, und zwar in einem sehr ausgewogenen Rahmen...

Nachdem das Vorgängeralbum vom WIZARD-Freundeskreis in Teilen doch durchaus gemischt aufgenommen wurde, dürfte man nun mit ‘Thor’ wieder jeden leisen Zweifel beseitigen, ob WIZARD immer noch die saufenden Rabauken sind, welche jedes Metal-Klischee erfüllen und denen jede andere Meinung rotzegal ist.

Stimmt doch, oder D’Anna?

“Hehe, wenn du damit auf die Meckereien über einzelne Songs des letzten Album anspielst, auf jeden Fall”, greift der gutgelaunte Fronter Sven D’Anna sofort herzhaft zu. “Ein Track wie ‘Lonley In Desert Land’ gefällt mir immer noch super, und viele Fans sehen das auch so. Aber jeder darf seine Meinung dazu haben, uns juckt das wenig.”

Demzufolge haben euch diverse negative Reaktionen bei der letzten Platte auch nicht beim Songwriting für das neue Werk beeinflußt?

“Das würdest du auch nicht glauben, wenn ich jetzt “ja” sagen würde, oder, haha? Uns geht das wirklich am Arsch vorbei. Allerdings ist es bei uns bandintern schon Kult, während der Proben zu neuen Songs an allen möglichen Stellen ein “Oh, das wird *** (Name zensiert - der Verf.) aber scheiße finden!” zu brüllen. Das hat sich zum echten Running Gag entwickelt...”

Danke, Jungs. Aber ist es denn absolut Zufall, daß die neue Platte eben SO und auch so gut ausgefallen ist?

“Na ja, wir tragen unsere Ideen zusammen, bei den Gitarren zum Beispiel kommt dieses Mal auch viel von Dano, dann wird überlegt, wie alles zusammenpaßt, und wir machen die Platte. Fertig. Wir machen uns da keinen so großen Kopf drum. Es kommt immer WIZARD dabei raus, und das wird auch so bleiben. Es gibt da keinen großen Plan vorher. Einen Unterschied zu früheren Produktionen gibt es allerdings: Wir haben beim Songwriting für ‘Thor’ nur fünf der Songs gemeinsam im Proberaum gemacht, der Rest der Platte ist sozusagen in Heimarbeit entstanden. Das war eine Premiere. Ich selbst hab den Gesang über mein Heimstudio...”

Nenn deine ‘82er Bertelsmann-Kompaktanlage doch bitte nicht Heimstudio, D’Anna...

“Idiot. Jedenfalls habe ich mit einem Drumcomputer...”

Nenn deine alte Bontempi-Orgel doch bitte nicht Drumcomputer, D’Anna...

“Maul! Meine technischen Geräte sind alle sehr hochwertig! Damit ist die Platte entstanden!”

Öha. Dann ist ‘Thor’ so eine Art großes Puzzle, das nach und nach zusammengefügt wurde. Mit Bier...

“Genau. Die Gitarren haben wir selbst aufgenommen, das hat unser Bassist Volker gemacht, der selbst ein kleines Studio hat. Gesang und Schlagzeug sind im Red Room-Studio bei Andy Horn entstanden und abgemischt, und gemastert wurde das Ganze von Achim Köhler. Das hat er wirklich klasse gemacht, mit dem Sound sind wir superzufrieden, am liebsten wäre es uns, wenn er uns bei unserem Releaseparty-Konzert auch live mischen würde.”

Und der Sound ist generell trotz - oder vielleicht auch wegen - dieses Mischmaschs sehr gut geworden.

“Ja, da sind wir, wie gesagt, absolut zufrieden. Die Gitarren knallen ohne Ende, und alles hört sich richtig schön druckvoll an.”

Die Scheibe hat wieder ein durchgängiges Thema.

“Ja, es geht - wie der Titel schon sagt - um Thor.”

Ach...

“Hehe, schon gut. Also die Texte stammen dieses Mal nicht von Volker, sondern ein Bekannter namens Christian Bartel, der in der Rollenspiel-Szene sehr aktiv ist, hat die Lyrics verfaßt. Es ist natürlich wieder eine durchgängige Story, du kannst es meinetwegen auch Konzept nennen.”


Autor: Arno Hofmann

 

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