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BYH!!! Rückblick 2004
Club-Show Donnerstag

DEATH ANGEL
SHOK PARIS
BALLISTIC
RUFFIANS




RUFFIANS
Die allerersten Töne des Bang Your Head!!! 2004 lieferten die wiedervereinigten RUFFIANS als Opener der Donnerstag Club Show. Im Vorfeld wurde heiß darüber diskutiert, ob es überhaupt Sinn macht, eine Band, die bisher nur eine EP veröffentlicht hatte und deren Originalsänger (Carl Albert) bereits verstorben ist, auf das Festival zu holen. Aber schon nach den ersten Tönen des Openers 'Fight For Your Life' waren jegliche Zweifel verschwunden. Man traute seinen Augen kaum, denn die Band schien per Zeitmaschine aus den Achtzigern teleportiert worden zu sein und man merkte ihnen diese gewisse Euphorie vergangener Tage an. Trotz dieser langen Bühnenabstinenz war die Band perfekt aufeinander eingespielt und tight wie Lemmys Hosen. Nachdem Hellion Records bereits vor dem Festival die alte EP zusammen mit vielen Bonusstücken veröffentlicht hatte, waren viele der Underground-Fans auch mit den gespielten, aber damals nicht erhältlichen Demosongs vertraut und so wurde die Band wie zurückgekehrte Helden abgefeiert. Für mich waren RUFFIANS nicht nur Gewinner dieser Clubshow, sondern auch einer der Favoriten aufs Treppchen der besten Bang Your Head!!!-Bands 2004. Nach eigener Aussage will die Band nun noch ein paar Shows spielen und dann entscheiden, ob sie noch mal ein paar neue Songs schreiben. In dieser Form sollten wir aber auch in Zukunft nicht auf RUFFIANS verzichten müssen. Jungs, ihr habt dem seligen Carl Albert alle Ehre gemacht!
Oliver Weinsheimer


BALLISTIC
Endlich weilte Großmeister Gattis samt seiner neuen Mannschaft auf dem alten Kontinent. Ich freute mich wirklich wahnsinnig auf den Auftritt von BALLISTIC, war aber gleichzeitig etwas skeptisch, was den Gesang anging. Diesen mußte Tom Gattis bekanntlich aus gesundheitlichen Gründen an Tony Taylor abtreten. Der Glatzkopf, der "hauptberuflich" mit TWISTED TOWER DIRE unterwegs ist, klingt eben doch ein wenig anders als Mr. Gattis. Aber Tony fraß sich anscheinend extra für die beiden Gigs etwas Rotz an die Stimme und legte gleich von Anfang an richtig aggressiv los. Vor der Bühne war von Beginn an die Hölle los, was den aggressiven BALLISTIC-Songs à la 'Undefeated' oder 'Silent Killer' nur gelegen kam und die aufgeladene Stimmung perfekt wiedergab. Tom nutzte den knapp bemessenen Platz auf der Bühne des WOM, so gut es ging und man konnte ihm ansehen, daß er sichtlich Spaß bei der Sache hatte und den Auftritt in vollen Zügen genoß. Zur Freude aller Fans übernahm Tom himself beim alten TENSION-Kracher 'Wrecking Crew' höchst selbst den Gesang, bevor Tony dann wieder den Mikroständer übernahm, um DEN Hit von BALLISTIC - 'Call Me Evil' - bestens zu intonieren. Den Abschluß des rundum geglückten Europadebüts markierte dann 'Threshold Of Pain'. Ich hätte mich zwar auch noch über 'Sniper', 'Changing Of The Guard' oder 'Welcome To The New Underground' aus der WARDOG-Phase gefreut, aber dafür war wohl leider keine Zeit mehr. Maybe next time!
Kai Wollwert


SHOK PARIS
Als SHOK PARIS die Bühne betraten, konnte ich es kaum glauben, daß diese legendäre US-Band 20 Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debüts 'Go For The Throat' zum ersten Mal live in Deutschland spielte. Wie zuvor bei den RUFFIANS wußten die anwesenden Metalmaniacs diesen historischen Event glücklicherweise zu würdigen und feierten die Alt-Mitglieder Vic Hix (v), Ken Erb (g), Kel Berkshire (b) und Jan Roll (d) sowie Neu-Gitarrist George Mihalovich (AFTERSHOK) vom ersten Ton an gehörig ab. Dieser kam vom 'Steel And Starlight'-Opener 'Go Down Fighting', später folgten noch 'On Your Feet' und 'Steel And Starlight' sowie der 'Concrete Killers'-Opener 'The American Dream'. Hauptaugenmerk der Band lag aber auf dem gerade wiederveröffentlichten Debüt (inklusive neun Bonustracks auf Auburn Records), von dem die Jungs 'Burn It Down', 'Chosen Ones', 'Caged Tiger', 'Never Say Why', 'Go For The Throat' und 'Run But Don't Hide' zockten. Und auch wenn die Zeit nicht spurlos an SHOK PARIS vorbei gegangen ist (selbst Bandjunior George feierte am Bang Your Head!!!-Samstag seinen 37. Geburtstag), so war die musikalische Darbietung doch zeitlos und zum Niederknien. Neben Frontkoloß Vic und dem immer agilen Basser Kel wußten vor allem die doppelläufigen Gitarren von Ken und George zu überzeugen und versprühten ein fast MAIDEN-mäßiges Feeling im WOM. Für ihre Die Hard-Fans hatte die Band dann noch ein besonderes As im Ärmel: Mit 'Minute Men' wurde ein bisher unveröffentlichtes Stück aus alten Tagen hervorgezaubert, welches auf dem in Kürze erscheinenden 'Steel And Starlight'-Rerelease zu finden sein wird. Nach HELSTAR, DESTRUCTOR, TITAN FORCE und RUFFIANS gab es mit SHOK PARIS eine gebührende Fortsetzung des Club-Kultmetals beim Bang Your Head!!!!
Martin Brandt


DEATH ANGEL
Dann stand aber der Auftritt auf dem Plan, wegen dem wohl das Gros der Club-Gänger an diesem Abend gekommen war. Die mit deutlicher Verspätung stattfindende Niederkunft der Bay Area-Godz von DEATH ANGEL lockte eine stattliche Zahl von Bangern in den wie immer zur Sauna umfunktionierten, aber dennoch sehr coolen WOM-Club. Die sympathischen Herren Osegueda, Cavestany & Co. legten direkt mit einigen Krachern vom aktuellen 'The Art Of Dying'-Werk los, wobei auffällig war, daß die auf Platte doch etwas rockiger ausgerichteten Nummern sich gerade live perfekt zu den alten Krachern fügen. So war es in den folgenden knapp 100 Minuten auch vollkommen egal, ob nun neue Perlen wie 'Prophecy' und 'The Devil Incarnate' oder aber Alltime-Perlen wie 'Seemingly Endless Time', 'Voracious Souls', 'Evil Priest' oder natürlich 'Kill As One' an den Start kamen - die Meute feierte die noch immer sehr junge und höchst agile Truppe nach allen Regeln der Kunst ab und kapitulierte erst mit fortgeschrittener Spieldauer an der schier unerträglich stickigen Luft im WOM. Dies war wohl letztlich auch der Grund, weshalb aus der eigentlich erhofften deutlich mehr als zweistündigen Show nichts wurde. Unzufrieden war zu später Stunde dann aber sicherlich dennoch niemand und jeder hatte einmal mehr einen erstklassigen Auftritt einer der energetischsten Livebands dieser Tage gesehen (na ja, oder auch nicht, denn auf der nicht allzu hohen Bühne waren die winzigen Kalifornier kaum größer als der Mob, weshalb nicht wirklich viel von ihnen zu sehen war...).
Hage





FESTIVAL-RÜCKBLICK
BYH!!! 2004


 

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