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BYH!!! Rückblick 2011
Die Einleitung: Menschen, Tiere, Sensationen
Es ist vollbracht: Ein weiterer Sommer, der keiner war, neigt sich dem Ende zu, und somit liegt auch eine erneute Auflage des Bang Your Head!!!-Festivals mit all seinen Highlights, Obskuritäten und leider auch dem Wehmutstropfen einer Unfall-Tragödie hinter uns. Zum 16. Mal pilgerten Headbanger und Schwermetaller aus allen Himmelsrichtungen gen Balingen, um drei Tage lang gemeinsam eine große Party zu feiern.
Dabei meinte es der Wettergott verdammt gut, spendete vor allem am letzten Festivaltag überraschend viel Sonnenschein und öffnete erst einen Tag nach dem Event wieder seine Schleusen - so soll’s sein! Von den gebuchten Bands mußte mit CRASHDIET zudem nur ein einziger Act seine Teilnahme am diesjährigen BYH!!! kurzfristig absagen, so daß es unter den Feierwütigen kaum enttäuschte Gesichter zu entdecken gab!
Auch auf und hinter der Bühne war die Stimmung erneut bestens. Angefangen bei den Opening Acts bis hin zu den Headlinern beider Tage, ACCEPT und SLAYER (die übrigens im Privatjet angereist waren!), sowie der Heavy-Belegschaft, hatten nahezu alle Involvierten ihren Spaß. Okay, Devon Graves fand die Art und Weise nicht berauschend, wie ihm der Stagemanager klarmachte, daß die Auftrittszeit seiner Band PSYCHOTIC WALTZ beendet war, aber das sind Nicklichkeiten, die ein gestandener Musiker wegstecken muß.
Wie kompromißloser Einsatz für die Fans aussieht, verdeutlichte DEATH ANGEL-Drumtier Will Carroll. Der Gute verausgabte sich während des Auftritts seiner Formation dermaßen, daß er direkt nach dem letzten Beckenschlag auf die Bühnenbretter kotzte! Kaum vom Drum-Hocker gestiegen, wurde der lauwarme Fladen ausgerollt - lecker! Apropos DEATH ANGEL: Daß Frontmann Mark Osegueda ein Party-Animal ist, ist hinlänglich bekannt. Daß aber auch er seine Ausdauer hin und wieder überschätzt, belegte die Tatsache, daß er sich direkt nach dem Gig eine ziemlich große Flasche Gin für die Weiterreise bringen ließ, im Tourbus allerdings den “Schlaf der Gerechten” antrat, ehe er auch nur an der Bottle genippt hatte.
Dämon Alkohol machte aber nicht nur dem einen oder anderen Mucker zu schaffen, sondern ließ auch so manchen Festival-Besucher auf schräge Ideen kommen. So fand eine Security-Streife in der Nacht von Freitag auf Samstag einen, ähem, leicht angeschickerten jungen Mann, der sich auf (!!!) einem Bierzelt des Festival-Geländes zur Nachtruhe gebettet hatte. Verdutzte Gesichter waren bei dieser Aktion garantiert!
Reichlich verdutzt schaute auch Jeff Scott Soto aus der Wäsche, als ihm ein Fan bei der Autogrammstunde sein Handy unter die Nase hielt und das Goldkehlchen bat, ein paar Worte mit seiner Freundin (also der des Anhängers) zu wechseln. Um unseren Chefredakteur kann es sich bei dem Fan übrigens nicht gehandelt haben, hatte der gute Jagger doch selbst zwei Wochen nach dem Erwerb seines schicken neuen Smartphones noch immer Probleme damit, selbiges zu bedienen! Na ja, Technik und fortschreitendes Alter...
Aber egal, ein gutes Herz hat er ja nichtsdestotrotz, unser Herr Jäger! Anders ist es wohl kaum zu erklären, daß er die Herrschaften von PORTRAIT morgens um fünf Uhr unter seine Fittiche nahm und den völlig verstrahlten Schweden nicht nur den Ausgang des Geländes zeigte, sondern sie sogar zu ihren Schlafgemächern auf dem Zeltplatz begleitete. Ob unser Pfadfinder den Herren Musikern dort dann noch einen Gute Nacht-Kuß auf die Wangen gedrückt hat, ist indes nicht übermittelt.
Ein ungleich größerer Aufwand mußte beim diesjährigen Bang Your Head!!!-Festival hingegen für die “geschminkte Musikanten-Riege” betrieben werden. Beim LORDI-Soundcheck in der Halle galt Sicherheitsstufe eins, was zur Folge hatte, daß ein Vorhang organisiert werden mußte, der die Bühne verhüllt. Aber mal ganz ehrlich: Will jemand diese “Monster” wirklich ohne Masken sehen!?! Bei IMMORTAL lief der Hase noch ein bißchen anders. Die Band wurde in kompletter Bemalung und Montur aus dem Hotel abgeholt. Dabei war das Shuttle-Fahrzeug innen mit Plastikplanen und Handtüchern ausgelegt, um die “Sauerei” so klein wie möglich zu halten. Außerdem hatte der Fahrdienst Einsehen mit der ortsansässigen Bevölkerung und schickte einen Wagen mit blickdichter Verglasung - ansonsten hätte es wohl auch so manche Omi mit der Angst zu tun bekommen!
Ganz andere Sorgen plagten SONATA ARCTICA vor deren Auftritt: Die georderten Bananen kamen und kamen nicht herbei, so daß die Band extra ihren Tourmanager losschickte, um diese zu besorgen. Böse Zungen behaupteten in diesen Momenten, daß unsere “gute Seele” Thomas Michel sich die gebogenen Früchte gekrallt habe, aber das war ein Trugschluß. Thomas hatte sich nämlich bereits vor dem Festival-Start mit einem kartoffelsackgroßen Paket im örtlichen Bioladen eingedeckt, so daß er perfekt wie immer die Bandbetreuung organisieren konnte!
Prächtig amüsiert haben sich nebenbei auch die illustren Zaungäste (Geoff Thorpe, Tobi Sammet, etc.) des BYH!!!. Nicht über unseren “Blogerator” Stefan Glas, der sich die Füße wund laufen mußte, um mit seinem antiken Notebook online gehen und der Welt von seinen Eindrücken aus Balingen berichten zu können, sondern über die Betreiber des “Halber-Meter-Fleischspieß”-Standes. Diese hatten am Samstag nämlich Erbarmen mit den hitzegeplagten Festival-Besuchern und lieferten auf einem Blecheimer stehend stundenlang individuelle Erfrischung aus dem Wasserschlauch! Vorbildlicher Einsatz, meine Herren!
Ganz so vorbildlich verlief der Einlaß zu den Hallenshows leider nicht. Sowohl bei den durch die verspätete Ankunft ihres Sängers Ronnie Atkins auf die Halle umgeswitchten PRETTY MAIDS als auch bei LORDI waren suboptimale Bedingungen zu beklagen, an denen zu arbeiten sein wird. Nur eines muß natürlich klar sein: Wenn die Halle voll ist, ist sie voll!
Eine sehr gute Nachricht erreichte uns hingegen einige Tage nach dem Festival: Der in der Nacht zum Samstag in der Nähe des Metal-Camps in Weilstetten von einem Auto erfaßte und dadurch schwerstverletzte Fan ist außer Lebensgefahr und auf dem Wege der Besserung!
In diesem Sinne: Wir sehen uns am 13. & 14. Juli 2012!
Die Warm Up-Shows: 14. Juli 2011, Messehalle
AXEL RUDI PELL
BRAINSTORM
KISSIN’ DYNAMITE
ETERNAL REIGN
ETERNAL REIGN
Wie heißt es noch so schön: “Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.” Gut, daß wir ETERNAL REIGN ausgesucht hatten, um den Fans den ersten Eindruck vom BYH!!! 2011 zu vermitteln. Die Bremer Power Metaller hatten schon Jahre auf diese Chance hingefiebert, die sie dann auch prompt mit einem hervorragenden Auftritt nutzten und somit einen gelungenen Auftakt zu unserem diesjährigen Festival feiern konnten. Obwohl sie agil die Breite der Bühne nutzten, hatte die Gitarrenfraktion um Mick Sebastian und Torsten Fünfhaus neben fingerfertigen Leads noch genügend Luft für punktgenaue Backingvocaleinsätze. Auch Sänger Dirk Stühmer war in überragender Form und wurde am Opening-Abend höchstens noch von AXEL RUDI PELL-Fronter Johnny Gioeli eingeholt. Er schmetterte sogar das DIO-Cover ‘Stand Up And Shout’ mit beeindruckender Intensität. Mit ‘Forbidden Path’, ‘Edge Of The World’, 'The Beast Within', 'Nightstalker' oder der Abschlußhymne ‘Inner Strength’ sorgte die Band für einhellige Begeisterung, und so mancher, der die Bremer bisher nicht auf dem Zettel hatte, deckte sich anschließend beim Merchandise-Stand mit den CDs und Shirts der Band ein.
Martin Brandt
KISSIN’ DYNAMITE
Für eine sichtbare Senkung des Altersschnitts in den ersten Publikumsreihen sorgten die Lokalmatadoren KISSIN’ DYNAMITE, die sich in den letzten Jahren eine treue Fanschar erspielen konnten und auch in Balingen alles richtig machten. Zwar war sich manch älteres Semester nicht ganz schlüssig, ob Fronter Johannes Braun mit seiner Riesenmähne nun an alte Haarspray-Zeiten erinnerte oder eher als blonder Kaulitz-Verschnitt durchging - doch mit der Mucke, die der Fünfer zelebrierte, konnten auch Neueinsteiger schnell überzeugt werden. Daß der Hardrock und Metal der Achtziger für KISSIN’ DYNAMITE den Heiligen Gral darstellt, machte gleich ‘My Religion’ klar, und ‘Out In The Rain’ mußte dank ordentlichem Wetter auch niemand stehen. Sogar der überregionale Teil des Publikums reckte bei der Hymne ‘Steel Of Swabia’ die Hände gen Hallendecke, ehe später die ‘Iron Fist’ erneut in Balingen überzeugen konnte. Und daß ‘Youth Gone Wild’ zu der energiegeladenen Truppe um die Klampfer Jim Müller und Ande Braun inzwischen deutlich besser paßt als zu einem Ü40er wie Sebastian Bach, wurde auch noch unter Beweis gestellt. Zwar fiel auf, daß Shouter Hannes bei dieser Nummer noch etwas Luft nach oben hat, doch wenn man sich an frühe Shows von SKID ROW erinnerte, schnitt der Schwabe im Vergleich zum Kanadier gar nicht schlecht ab! Zwar fehlt KISSIN’ DYNAMITE noch immer der letzte Kick, um wirklich in der Riege der Großen mitspielen zu können, doch ins Gedächtnis der Zuschauer spielen sie sich mit solchen Auftritten allemal...
Martin Römpp
BRAINSTORM
Eine echte Festival-Ochsentour absolvierten BRAINSTORM an diesem Wochenende, um sich vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums ‘On The Spur Of The Moment’ wieder ins Rampenlicht zu stellen. Zwischen dem slowenischen Metalcamp und dem tschechischen Masters Of Rock machten die Schwaben auch in der Heimat Station, um mal wieder das Bang Your Head!!! zu rocken - und erledigten diese Aufgabe mit Bravour. Von zwischenzeitlichen Soundproblemen, Mikrofonausfällen und einer eher spärlichen Beleuchtung ließen sich die Routiniers nicht aus der Ruhe bringen, und neben den besten Songs der letzten Platten servierten BRAINSTORM der Balinger Meute auch einen exklusiven Ausblick auf kommende Glanztaten: ‘Temple Of Stone’ kannte zwar noch niemand, doch die Nummer wurde von den Fans dankbar angenommen und bejubelt. Richtig steil ging das Publikum natürlich bei ‘All Those Words’, dessen Mitsingpart noch lange durch die Halle waberte. Mit seiner gewohnt sympathischen Art hatte Vorturner Andy B. Franck wieder einige Lacher auf seiner Seite, und auch stimmlich präsentierte sich der leidenschaftliche VfB-Fan in Bestform. Auch die Herren Ihlenfeld, Loncaric, Ieva und Bernert zockten in bester Champions-League-Qualität und stellten eindrucksvoll klar, daß der Truppe auf diesem Level nicht viele das Wasser reichen können. Starker Gig, der Lust auf mehr gemacht hat...
Martin Römpp
AXEL RUDI PELL
Nach der saustarken Performance der BRAINSTORM-Jungs war es an der blonden Ruhrpott-Ikone Axel Rudi Pell und seiner wie immer brillanten Mannschaft, den ersten Tag des Bang Your Head!!! 2011 würdig zu beschließen. Kam der Beginn mit ‘Too Late’ noch ein wenig hölzern rüber, so lief die Band beim folgenden ‘Fool, Fool’ zu gewohnter Hochform auf. Wie sich später herausstellte, war das zum Erschrecken vieler bereits nach drei Songs eingestreute Drumsolo keineswegs schlechtes Timing sondern einer technischen Panne geschuldet. Zum Ende des Sets hin lenkten die Tabledance-Damen im mittleren Bereich der Halle zwar mächtig vom Treiben auf der Bühne ab, was aber der gebotenen musikalischen Qualität keinen Abbruch tat, denn wie Pell und Co. aussehen, weiß man schließlich. Auf die Mucke kam es eben an. Einziger Kritikpunkt war die zu offensichtliche oder besser gesagt viel zu statische Setlist, die wahrlich ein oder zwei wirkliche Überraschungen hätte bereithalten können, gerade da ja mittlerweile recht häufig getourt wird und kaum einer Bandklassiker wie ‘Casbah’, ‘Temple Of The King’ oder ‘Carusel’ nicht rückwärts im Schlaf singen kann. Die Band war aber fraglos ein würdiger Headliner für den Auftakt eines großartigen Festivals. Die am Ende unters Volk gestreuten Kracher ‘Strong As a Rock’ und ‘Rock The Nations’ unterstrichen eindrucksvoll die Ausnahmestellung der deutsch-amerikanischen Band, die gleichermaßen besonders vom magischen Spiels Pells, als auch von der energiegeladenen Leistung Johnny Giolis am Mikro lebt. Nur leider gingen die gut neunzig Minuten trotz fehlender Überraschungen viel zu schnell vorbei...
Martin Stark
FESTIVAL-RÜCKBLICK
BYH!!! 2011
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Am 27. und 28. Juli 2012 ist es soweit: In Seebronn bei Rottenburg findet wieder das ROCK OF AGES-Festival statt - erneut mit zahlreichen tollen Bandswie ALICE COOPER, EUROPE etc. und großem Rahmenprogramm für Familien.
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